Sinnvoll versichert: Versicherungen, die eine Familie (nicht) braucht

Sinnvoll versichert: Versicherungen, die eine Familie (nicht) brauchtAngesichts der heutigen wirtschaftlichen Lage erscheint es nur sinnvoll, den Nachwuchs unmittelbar nach der Geburt für das Rentenalter abzusichern. Finanzexperten raten allerdings davon ab, die beliebten Renten- oder Kapitallebensversicherungen auszuwählen. Sie werfen zu wenig Rendite ab und basieren auf unwirtschaftlichen Systemen, die den Nachwuchs im Rentenalter nicht so absichern, wie sich Eltern und Großeltern das vorgestellt haben.

Bei mageren Garantieverzinsungen von 1,75 Prozent und Laufzeiten von 67 Jahren fallen noch Risikoabsicherung und Verwaltungsgebühren an, die den angelegten Betrag beträchtlich schmälern.

Der Tipp der Finanzexperten für umsichtige Eltern und Großeltern sind langfristige Sparpläne. Risikofreudige können sich an Fondssparpläne heranwagen, für alle anderen empfiehlt sich der Banksparplan. In jedem Fall aber ist gute Beratung wichtig.

Eine Sonderform der Kapitallebensversicherung ist die Ausbildungsversicherung, die immerhin jede zehnte Familie für den Nachwuchs abschließt. Sie werden fällig, wenn das Kind beispielsweise ein Auslandsstudium absolvieren möchte und dafür Geld braucht. Doch auch diese werfen zu wenig Rendite ab, sodass sich ihr Abschluss nicht loht.

Was leisten Rechtsschutzversicherungen wirklich?

Jeder zweite deutsche Haushalt hat eine Rechtsschutzversicherung. Die Idee dahinter ist durchaus nicht schlecht: Wenn es zu Streitigkeiten kommt, die hohe Gerichts- oder Anwaltskosten verursachen könnten, kann sich die Familie auf die Rechtsschutzversicherung berufen und nachts ruhig schlafen. Wirklich sinnvoll sind solche Versicherungen jedoch nur fürs Verkehrsrecht, während sie etwa bei Familienstreitigkeiten kaum aufkommen, denn sie können die Unterstützung auch ablehnen. Deswegen ist es sinnvoller, von vornherein eine Verkehrsrechtsschutzpolice abzuschließen, um eben diesen Bereich abgedeckt zu haben oder aber eine klassische Rechtsschutzversicherung mit dem bewussten Verzicht auf Leistungen, die man sich eigentlich von ihr erhoffen könnte.

Komplettpakete: Halten sie, was sie versprechen?

Sie wirken verlockend, die Komplettpakete für Familien, die alles abdecken, was jemals passieren könnte und woran junge Familien selber vielleicht nie gedacht haben. Noch dazu sind sie attraktiv vergünstigt und verleiten Familien gerne zu unüberlegten Abschlüssen. Viele enthaltene Policen sind tatsächlich sinnvoll, doch auf diesem Wege versuchen Versicherungen gleichzeitig, Verträge über Versicherungen abzuschließen, die aus gutem Grund niemand ohne das Paket abschließt. Sofern die zentralen Elemente des Komplettpakets dadurch wirklich günstiger als durch den einzelnen Abschluss werden, spricht nichts dagegen. Andernfalls zahlt sich das Paket jedoch nicht aus. In den meisten Fällen ist es tatsächlich besser, die gewünschten Versicherungen einzeln abzuschließen und sich dadurch nicht an Policen zu binden, die nur aufgrund des Komplettpakets angenommen wurden.

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Geschrieben am in Versicherungen 1 Kommentar

Antwort an Sinnvoll versichert: Versicherungen, die eine Familie (nicht) braucht

  1. Manuel

    Ich finde die wichtigsten Versicherungen für die Familie sind:Hausrat-/Haftpflicht, Risikolebensversicherung, BU und Unfallversicherung für die Kinder und nicht berufstätige Elternteile. Alles weitere ist dann Zusatz. Und um die Rente können sich Kinder auch noch kümmern, wenn sie eigenes Geld verdienen. Lieber sollten Eltern eine private Pflegeversicherung abschließen, um ihre Kinder im Alter nicht zu sehr zu belasten.

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